Hier finden Sie Beiträge aus verschiedenen Bereichen rund um Ernährung, Bewegung und Entspannung. 


Atmung bringt Energie und befreit

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Die meisten Menschen atmen, ohne sich darüber Gedanken zu machen. Dabei kann die Atmung so einiges über uns verraten und wir können sie nutzen, um verschiedenste Beschwerden und Probleme zu lösen, aber auch um uns persönlich weiterzuentwickeln. 

Unser Nervensystem registriert unsere Gefühle, Gedanken und Bewegungen und passt dabei ständig verschiedenste Körperfunktionen an, darunter auch unsere Atmung. 

 

Unser Atem zeigt uns, was uns bewegt, aber auch was uns blockiert: Bei Stress beschleunigt sich die Atmung; bei Schreck oder wenn uns etwas oder jemand zu nahe kommt, setzt sie vielleicht aus. Sie wird langsamer, wenn wir uns entspannen. Schon einmal bemerkt?

 

Nicht umsonst rät der Volksmund, tief durchzuatmen und innezuhalten, wenn wir unter Druck und Stress stehen.

 

Bewusstwerden – der erste Schritt zur Veränderung

Unsere Atmung ist ein wichtiger Schlüssel zur Problemlösung von vielen Beschwerden, da wir ihn beeinflussen können. Wir können bewusste Atemtechniken für bestimmte Situationen erlernen, oder und das ist oft nachhaltiger, wir beobachten den Atem und schauen, wie er während verschiedensten Übungen reagiert, um ans Ursächliche ranzukommen. Denn oft ist der erste Schritt zur Verbesserung oder Veränderung, dass wir uns erst einmal bewusst machen müssen, was denn nun nicht gut ist oder von wo etwas kommt. 

 

Wie das geht, erlebt man am besten in einer Atemtherapie. Durch die Atemtherapie wird der Stoffwechsel nachweislich angeregt. Vor allem verändert sich durch den achtsamen Umgang mit dem Atem die Körperwahrnehmung, was zu einem Nachlassen von Beschwerden führen kann.

 

​So kann die Atemtherapie unter anderem helfen bei:

·         Stress

·         Verspannungen & Schmerzen

·         Rückenprobleme und Haltungsschwächen

·         Schlafstörungen

·         Angst und Panikattacken

·         Atemwegserkrankungen & Atembeschwerden

·         Depression & Lebenskrise

·         Schwachem Selbstbewusstsein

·         Traumata

 

Die Atemtherapie richtet sich aber auch an Kerngesunde, welche präventiv Entspannung suchen und mehr Kraft durch eine vergrösserte Atemkapazität und einem guten Körpergefühl haben möchten. So bietet zum Beispiel die Atemmassage eine wunderbare Methode, einfach mal komplett loslassen zu können. 

Atemtherapie 1:1 oder in der Gruppe

Auch andere Varianten sind denkbar: Die Therapie kann sowohl in einer Einzelstunde als auch im Gruppenunterricht stattfinden. Grundsätzlich geht es darum, dass der Atem über bestimmte Bewegungsabläufe, Mobilisation, Druck und Dehnung in verschiedene Körperräume gelockt wird und dadurch Energie getankt werden kann. Über geleitete Meditationen können auch mentale Prozesse stattfinden und Entscheidungen fallen plötzlich leichter. Probieren Sie es aus!

Nathalie Meyer, April 2019

Essen! – Was soll’s denn bitteschön sein?

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240 Entscheidungen täglich. Wieso kann Essen nicht einfach sein?

Frühling

Die Sonne kündigt verlässlich den Frühling an und lockt aus den wohlig warm geheizten Wohnungen ans Licht. Die wärmenden Sonnenstrahlen lassen uns aus unseren kuscheligen Mänteln und Kappen schälen und unsere Gesichter und Glieder der Sonne entgegen recken. Die ersten Krokusse klecksen ihre Farben in die braun-graue Gegend und das Grün von Blättern und Gräsern beginnt zu spriessen. Unsere Lebensgeister werden geweckt.

Fertig mit den deftig-wärmenden Menus und Süssigkeiten, die uns an gemütlichen Tischrunden über den Winter geholfen haben und den Körper mit ein, zwei Kilo mehr gegen die Kälte schützten. Jetzt wollen wir leicht und gesund essen.

 

Aber, was soll’s denn bitteschön sein?

Entschlacken? Fasten? Die Fastenzeit steht vor der Türe, Intervallfasten ist in aller Munde... Low carb? Low fat? Oder einfach FDH? Vegi oder vegan? Trotz der ökologisch hoch belasteten Avocados? Superfood? Quinoa aus Südamerika mit dem wir den Einheimischen die Existenzgrundlage wegessen? Oder doch Fleisch? Rotes oder weisses? Schweizer Fleisch, Bio, Naturaplan....? Fisch? Aus den leer gefischten Weltmeeren oder den bald zu sauberen Schweizer Seen? Fertigprodukt oder Fast food nach dem langen Tag? Und was ist mit den darin enthaltenen schlechten Fetten und Zusatzstoffen und dem Abfall der Verpackung? ...es könnte ewig so weitergehen. 240 Entscheidungen treffen wir laut Prof. Dr. Christine Brombach, Ernährungswissenschaftlerin in Forschung und Lehre, täglich rund ums Essen. 

 

Wieso kann Essen nicht einfach sein?

Essen als Grundbedürfnis des Menschen ist verwoben mit persönlichen Werten, beeinflusst die Gesundheit, Ökologie und soziale Systeme, ist Wirtschaftssektor und somit an finanzielle Interessen geknüpft und – Genuss. All dies fliesst in unsere Wahl was und wie wir einkaufen, kochen und essen.

 

Es geht auch einfach!

Als Mensch sind wir Teil der Natur und brauchen Lebensmittel, Mittel zum Leben eben. Diese bietet uns die Natur im Rhythmus der Jahreszeiten. Im Frühling spriesst das Grün! Frische Blattsalate, Spinat, Kresse, Bärlauch, Frühlingszwiebeln, Kohlrabi als auch Sprossen und Keimlinge liefern uns Chlorophyll, das Blattgrün wie es der Name sagt: chlōrós ‚hellgrün, frisch’ und phýllon ‚Blatt’ (altgriechisch). Chlorophyll hat antioxidative Fähigkeiten, wirkt antibiotisch und entfaltet dadurch eine deodorierende Wirkung: es kann somit schlechten Atem- und Körpergeruch verhindern. Es fördert die Geweberegeneration und steigert die Widerstandsfähigkeit der Zellen.

Blattgrün in ausgewogene Mahlzeiten gepackt hilft die Wintermüdigkeit in Frühlingsfrische zu wandeln. Das (mässige) Bewegen ‚im Grünen’ fördert dies und bei der Gelegenheit lässt sich Frühlings-Grün auch noch selber pflücken und beispielsweise diese Frühlingssuppe ausprobieren. Schönes Frühlingserwachen!

 

Bärlauch-Brennessel-Suppe

Aus 5 Elemente Küche von Ursula Wetter

 

2 EL | Olivenöl
1 | Zwiebel, geschnitten
Pfeffer, frisch gemahlen
3 Tassen | Bärlauch, grob geschnitten
1 lt | Wasser, warm
2 EL | Miso
Meersalz
2 dl | Saurer Most
1 Prise | Rosenpaprika (edelsüss)
2 Tassen | Brennesselspitezn, frisch und jung
1 EL | Tahin (Sesampaste)
1 dl | Rahm, geschlagen

 

· Das Öl erwärmen. Zwiebel darin andämpfen und mit Pfeffer würzen.

· Bärlauch beifügen und mit dem warmen Wasser ablöschen.

· Mit Miso und Salz nach Belieben würzen.

· Saurer Most, Paprika, Brennesselspitzen und Tahin beifügen und alles zusammen etwa 15 Minuten köcheln lassen. Anschliessend mit dem Stabmixer pürieren.

· Schlagrahm darunter ziehen und servieren.

Karin Dubi, Februar 2019

Nadi Shodhana - die Wechselatmung (Yogaübung)

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Nadi shodana bedeuted die Reinigung der Nadis (Energiebahnen) und ist eine Atemübung aus dem Yoga. Sie befreit die Energiekanäle von Unreinheiten und wirkt harmonisierend auf ein eventuelles emotionales Ungleichgewicht. 

Es ist keine Willkür, dass wir zwei Nasenöffnungen haben. Die Atmung durch das rechte Nasenloch hat Auswirkungen auf die linke Körperseite und umgekehrt. Auch im feinstofflichen Bereich werden positive und negative Strömungen in ein stabiles Gleichgewicht gebracht. Im Yoga werden die beiden Nasengänge unterschiedlichen Energieformen zugeordnet. Während der rechte Nasengang für die solare Energie (Wärme, Aktivität, männliche Energie) steht, ist der linke Nasengang der lunaren Energie (Kühle, Passivität, Ruhe, weibliche Energie) zugeordnet. Nadi Shodhana stellt einen Ausgleich dieser beiden Pole her und befreit die Nadis von Blockaden. Diese Auswirkungen beziehen sich auf den Körper wie auch die Psyche – die geistigen Funktionen werden bedeutend erhöht und die Achtsamkeit gesteigert. 

Anleitung Nadi Shodana 

1. Die Wechselatmung wird im aufrechten Sitz mit gekreuzten Beinen (Padmasana oder Sukhasana) ausgeführt. Die aufrechte aber entspannte Haltung ist wichtig.

2. Die linke Hand liegt auf dem Knie, mit der rechten Hand formen wir das Vishnu-Mudra.

3. Nach einer langen Ausatmung halten wir mit dem rechten Daumen das rechte Nasenloch zu. Der Ellbogen befindet sich nah am Körper, damit der Arm nicht so schnell ermüdet.

4. Einatmung durch die linke Nasenöffnung (4 Takte, d.h. bis vier zählen).

5. Beide Nasengänge sanft schliessen, Atempause (bis ca. 16 Takte).

6. Daumen von der rechten Nasenöffnung lösen und durch das rechte Nasenloch ausatmen (8 Takte).

7. Dann folgt die Einatmung durch das rechte Nasenloch, Atempause, Ausatmung links, gefolgt von der Einatmung links usw. 

Geübte führen rund 12 Zyklen durch (ein Zyklus dauert von der Einatmung links bis zur Ausatmung links). Danach lege die rechte Hand zurück auf das Knie und lenke die Konzentration auf den Nasenbereich und spüre für einige Momente der Übung nach. 

Wichtige Hinweise 

Die Atemzüge sollten sehr sanft und kontrolliert sein – kaum hörbar.

Du sollst nicht in Atemnot geraten (anfangs kann auch ohne Atempause geübt werden).

Daniela Küng, Januar 2019